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Must-Sees im Gasteinertal: Highlights zwischen Klammstein, Kurorten und Hohen Tauern

Must-Sees im Gasteinertal: Highlights zwischen Klammstein, Kurorten und Hohen Tauern

Das Gasteinertal liegt im Salzburger Pongau und umfasst mit Dorfgastein, Bad Hofgastein und Bad Gastein drei Orte, die innerhalb desselben Tales überraschend unterschiedlich wirken. Von Norden nach Süden verändert sich nicht allein die Höhenlage. Auch Talform, Bebauung und Landschaftscharakter wechseln: Auf den engeren Taleingang bei Klammstein folgt der dörflich geprägte Norden um Dorfgastein, weiter südlich öffnet sich das Tal rund um Bad Hofgastein, bevor Bad Gastein mit steilen Hängen, historischem Kurviertel und dem Wasserfall mitten im Ort einen deutlichen Kontrast setzt.

Hinter Bad Gastein und Böckstein reicht Gastein schließlich in eine andere alpine Dimension. Sportgastein mit dem Nassfeld sowie Kötschachtal und Anlauftal führen in hochalpine Landschaftsräume des Nationalparks Hohe Tauern. Dabei ist das Gasteinertal keineswegs vollständig Nationalparkgebiet. Gerade dieser Übergang vom besiedelten Tal zu Schluchten, Trogtälern, Bergseen und Hochgebirgsbecken gehört zu den Besonderheiten der Region.

Entsprechend verschieden sind auch die Must-Sees. Der Bad Gasteiner Wasserfall liegt mitten im Siedlungsraum, der Stubnerkogel erschließt weite Bergblicke per Bergbahn, während Ziele wie der Reedsee eine ernsthafte Bergwanderung voraussetzen. Hinzu kommen zwei Themen, die sich wie unsichtbare Linien durch die Geschichte Gasteins ziehen: Thermalwasser und der historische Goldbergbau. Beide erklären, warum zwischen den Bergen Kurorte, Bergbausiedlungen, Thermen und sogar ein therapeutisch genutzter Stollen entstanden sind.


🏰 Klammstein & Entrische Kirche: Markanter Taleingang mit Burg über der Engstelle und einer natürlichen Höhle im Berg – zwei sehr unterschiedliche Perspektiven auf den nördlichen Beginn des Gasteinertals.
🚠 Fulseck bei Dorfgastein: Per Bergbahn erreichbarer Aussichtsberg mit weitem Blick über Dorfgastein und die umliegenden Bergketten.
💧 Spiegelsee am Fulseck: Auffälliger Speichersee im Bergbahngebiet.
🏔️ Schlossalm: Weitläufiger Berg- und Wanderraum oberhalb von Bad Hofgastein mit Hochflächen, Felslandschaften und Übergängen in höhere Bergregionen.
🥾 Gasteiner Höhenweg & Gadaunerer Schlucht: Höhenweg oberhalb der Talsohle mit eindrucksvollen Talblicken und einem markanten Felsschnitt, der durch den Katharinastollen gequert wird.
⛰️ Angertal & Gamskarkogel: Seitental bei Bad Hofgastein mit Bergbaugeschichte; darüber erhebt sich der 2.467 Meter hohe Gamskarkogel als echtes Wanderziel.
💦 Bad Gasteiner Wasserfall: Das bekannteste Naturmotiv des Ortes stürzt mitten durch Bad Gastein über insgesamt 341 Meter in drei Stufen talwärts.
🏛️ Historisches Bad Gastein: Straubingerplatz, Badeschloss, Grand Hotel de l’Europe und weitere Kurgebäude liegen spektakulär an steilen Hängen rund um den Wasserfall.
🌉 Stubnerkogel: Per Bergbahn erschlossener Aussichtsberg mit 140 Meter langer Hängebrücke, Felsenweg, Glocknerblick und mehreren Aussichtspunkten.
🌲 Graukogel: Ruhigerer Bergraum mit alten Zirbenbeständen und Zirbenweg; weiter oben führen anspruchsvollere Routen Richtung Hüttenkogel und Palfnersee.
🏞️ Sportgastein & Nassfeld: Weites Hochgebirgsbecken südlich von Böckstein – ein starker Kontrast zum engeren Talzugang und Einstieg in die Landschaft des Nationalparks Hohe Tauern.
💙 Bockhartseen: Zwei hoch gelegene Bergseen oberhalb von Sportgastein.
🥾 Kötschachtal: Weites, von Gletschern geformtes Trogtal mit Bach, Wald und steilen Bergflanken.
⛰️ Anlauftal: Engeres Hochgebirgstal mit historischen Übergängen über den Alpenhauptkamm Richtung Kärnten.
🌊 Reedsee: Ikonischer Bergsee oberhalb des Kötschachtals.


Vom Talportal bis ins Hochgebirge: Gasteins Highlights räumlich verstehen

Wer die Highlights des Gasteinertals einordnen möchte, sollte das Tal zunächst von Norden nach Süden betrachten. Bei Klammstein verengt sich der Zugang deutlich. Der dortige Felsriegel bildet einen markanten landschaftlichen Auftakt, bevor sich das Tal in Richtung Dorfgastein wieder öffnet. Damit beginnt Gastein mit einer ganz anderen Szenerie als jener, für die Bad Gastein weiter südlich bekannt ist.

Dorfgastein ist der nördlichste der drei Hauptorte. Über dem Ort liegt mit dem Fulseck einer der großen Aussichtsberge der Region. In der Talmitte folgt Bad Hofgastein. Von hier führen die Landschaftsräume in mehrere Richtungen auseinander: hinauf zur Schlossalm, an der Talflanke entlang über den Gasteiner Höhenweg und die Gadaunerer Schlucht sowie seitlich in das Angertal.

Bad Gastein liegt weiter südlich und nimmt innerhalb dieser Abfolge eine Sonderstellung ein. Das Gelände wird steiler, der Wasserfall durchzieht den Ort und die historische Kurarchitektur folgt den Hängen statt einem ebenen Ortszentrum. Gleichzeitig liegen von hier aus Stubnerkogel und Graukogel nahe, während hinter dem Ort Böckstein den Übergang in die südlichen Hochtäler markiert.

Dort verzweigt sich die Landschaft erneut. Sportgastein und das Nassfeld führen in ein weites Hochgebirgsbecken. Das Kötschachtal zeigt den ausgeprägten Querschnitt eines von Gletschern geformten Trogtals, während das Anlauftal enger und schluchtartiger erscheint. Diese Räume gehören teilweise zum Nationalpark Hohe Tauern, doch der Nationalpark ist nicht mit dem gesamten Gasteinertal gleichzusetzen.

So entstehen ganz unterschiedliche Arten von Highlights: Ein Aufenthalt am Fulseck, ein Rundgang durch das historische Bad Gastein und eine Bergwanderung zum Reedsee unterscheiden sich grundlegend in Charakter, Zugang und Zeitaufwand. Gerade diese Unterschiede machen eine reine Liste der „schönsten Sehenswürdigkeiten“ für Gastein wenig hilfreich.


Klammstein und Fulseck: am nördlichen Taleingang treffen Felsenge, Höhle und Höhenpanorama aufeinander

Im Norden kündigt sich das Gasteinertal mit einer landschaftlichen Engstelle an. Bei Klammstein zwängen sich Verkehrsweg und Gasteiner Ache durch einen deutlich engeren Talabschnitt. Der aus Klammkalk aufgebaute Felsriegel macht nachvollziehbar, warum dieser Ort über Jahrhunderte mehr war als eine beiläufige Siedlung am Weg nach Süden.

Über der Engstelle liegt die Burg Klammstein. Ihre Lage verweist auf die frühere Bedeutung des Talzugangs: Von hier ließ sich der Zugang nach Gastein kontrollieren und verwalten.

Noch einmal anders erschließt sich der Berg oberhalb von Klammstein in der Entrischen Kirche. Hinter dem ungewöhnlichen Namen verbirgt sich eine natürliche Höhle. Heute spielt die Höhle außerdem für überwinternde Fledermäuse eine Rolle.

Burg und Höhle erklären den Taleingang aus zwei Perspektiven: Die eine liegt sichtbar über der Engstelle, die andere im Inneren des Berges. Oberhalb des nördlichen Gasteins öffnet sich schließlich eine dritte Ebene. Rund um das Fulseck weicht die Enge der weiten Aussicht über Dorfgastein und die Bergketten beiderseits des Tales.

Fulseck und Spiegelsee – Dorfgastein von oben lesen

Das Fulseck ist der unmittelbar mit Dorfgastein verbundene Aussichtsberg. Durch die Bergbahn lässt sich die Höhenlage erschließen, ohne dass der Gipfel ausschließlich erfahrenen Bergwanderern vorbehalten wäre. Von oben wird besonders deutlich, wie Dorfgastein zwischen den Gebirgszügen liegt und wie eng das nördliche Tal mit den umliegenden Höhen verbunden ist.

Zu den auffälligen Motiven am Berg gehört der Spiegelsee. Sein Name und die Reflexion der Bergkulisse können den Eindruck eines natürlichen Bergsees vermitteln. Tatsächlich handelt es sich um einen Speichersee. Das unterscheidet ihn deutlich von hochalpinen Gewässern wie dem Reedsee oder dem Oberen Bockhartsee. Für die Einordnung der Gasteiner Seenlandschaft ist dieser Unterschied wichtig: Nicht jedes Gewässer, das auf einem Bergplateau liegt, ist auf natürliche Weise entstanden.

Vom Fulseck reicht der Bergraum weiter. Der markante Schuhflicker gehört zu den weiterführenden Gipfelzielen oberhalb von Dorfgastein; auch die Paarseen liegen in diesem erweiterten Wandergebiet. Damit reicht das Landschaftserlebnis am Fulseck von einem vergleichsweise unkompliziert erschlossenen Panorama bis zu Touren, bei denen der Charakter deutlich alpiner wird.


In der Talmitte verzweigen sich die Highlights: Schlossalm, Höhenweg und Gadaunerer Schlucht

Rund um Bad Hofgastein lässt sich die Gasteiner Berglandschaft besonders gut aus verschiedenen Ebenen betrachten. Der Ort liegt in einem breiteren Abschnitt des Tales. Von hier führen Wege und Bergbahnen sowohl hinauf auf die umliegenden Höhen als auch entlang der Talflanken und in seitlich eingeschnittene Bergtäler.

Westlich über Bad Hofgastein liegt die Schlossalm. Sie bildet einen weitläufigen Berg- und Wanderraum oberhalb der Talmitte und unterscheidet sich damit von einem einzelnen Aussichtspunkt. Der Perspektivwechsel ist deutlich: Während unten die breite Talsohle prägt, öffnen sich weiter oben Hochflächen, Felslandschaften und Übergänge in höhere Bergregionen.

Eine andere Sicht auf Gastein ermöglicht der Gasteiner Höhenweg. Er verläuft nicht über einen Gipfel, sondern zieht sich oberhalb der Talsohle an den Hängen zwischen Bad Hofgastein und Bad Gastein entlang. Dadurch bleibt der Blick immer wieder auf die gegenüberliegende Bergseite und in das Tal gerichtet. Der Weg verbindet zugleich Landschaftsräume, die aus der Talsohle kaum sichtbar sind.

Einer davon ist die Gadaunerer Schlucht. Hier wird die durchgehendere Linienführung des Höhenwegs plötzlich von einem tiefen Fel Einschnitt unterbrochen. Noch einmal anders zeigt sich das Gelände im Angertal östlich von Bad Hofgastein. Dort rückt neben der Berglandschaft auch die historische Nutzung der Region durch den Bergbau in den Vordergrund.

Rund um Bad Hofgastein führen die Highlights damit tatsächlich in drei Richtungen: auf die Schlossalm hinauf, am Höhenweg entlang und in das Angertal hinein.

Gadaunerer Schlucht – Naturdenkmal mitten in einer historischen Talverbindung

An der Gadaunerer Schlucht verändert der Gasteiner Höhenweg für einige Meter völlig seinen Charakter. Statt weiter offen am Hang entlangzuführen, verschwindet die Route im Berg: Der knapp 50 Meter lange Katharinastollen durchquert den Fels und bringt Wandernde auf die andere Seite des Einschnitts.

Wer vom offenen Hangweg in die Gadaunerer Schlucht gelangt, erlebt auf kurzer Distanz einen deutlichen Szenenwechsel. Felswände treten näher zusammen, die Vegetation verändert sich und selbst das Gestein wird zum sichtbaren Teil des Landschaftserlebnisses.

Der entscheidende praktische Unterschied zu vielen anderen Gasteiner Highlights liegt im Zugang: Die Gadaunerer Schlucht ist kein kurzer Halt direkt an der Straße und auch kein per Bergbahn erreichbares Gipfelziel. Sie erschließt sich im Zusammenhang mit dem Höhenweg.

Angertal und Gamskarkogel – vom Bergbauraum zum Grasgipfel

Das Angertal zweigt bei Bad Hofgastein nach Osten ab. Heute ist der Name stark mit dem Wintersport verbunden.

Über diesem Landschaftsraum erhebt sich der Gamskarkogel auf 2.467 Metern. Er unterscheidet sich deutlich von Bergen wie Stubnerkogel oder Fulseck, deren Aussichtspunkte unmittelbar mit einer Bergbahn verbunden sind. Der Gamskarkogel ist ein echtes Wanderziel; die Anstiege verlangen Kondition und alpine Erfahrung.

Auf dem Berg steht die Gamskarkogelhütte, die 1828 auf Initiative Erzherzog Johanns errichtet wurde. Damit verbindet selbst die Gipfelregion Natur- und Kulturgeschichte. Regional wird der Gamskarkogel häufig als „höchster Grasberg Europas“ bezeichnet. Für die landschaftliche Einordnung ist dieser Rekordanspruch allerdings weniger wichtig als die tatsächliche Besonderheit des Berges: ein hoch aufragender, überwiegend grasbewachsener Gipfel mit weitem Panorama und einer völlig anderen Zugangssituation als die per Seilbahn erschlossenen Aussichtsberge Gasteins.


Bad Gastein ist selbst ein Highlight: Wasserfall, Felslage und Kurarchitektur gehören zusammen

Bad Gastein lässt sich kaum sinnvoll in „Natursehenswürdigkeit“ und „historisches Zentrum“ zerlegen. Beides greift unmittelbar ineinander. Die Gasteiner Ache fällt mitten durch den Ort über insgesamt 341 Meter in drei Stufen talwärts. Häuser, Straßen und historische Hotelbauten liegen an den steilen Hängen beiderseits des Wasserfalls.

Dadurch besitzt Bad Gastein kein ebenes Zentrum nach dem Muster einer klassischen Altstadt. Höhenunterschiede gehören zum Ortsbild. Der Wasserfall ist dabei keine Attraktion am Rand, zu der ein Abstecher führt. Er durchschneidet den Siedlungsraum und verbindet optisch höher und tiefer gelegene Teile des Ortes. Verschiedene Standpunkte zeigen deshalb immer wieder andere Ausschnitte aus Fels, Wasser und Architektur.

Am Straubingerplatz lässt sich besonders gut erkennen, was Bad Gastein von einem gewöhnlichen Kurort unterscheidet. Historische Gebäude wie Straubinger, Badeschloss und das frühere Postamt stehen nicht an einem weitläufigen ebenen Platz, sondern dicht am steilen Gelände rund um den Wasserfall. So treffen an wenigen Metern jene Elemente aufeinander, die Bad Gasteins Entwicklung geprägt haben: Kurtradition, repräsentative Architektur und die ungewöhnliche Topografie des Ortes.

Die großen historischen Hotel- und Kurgebäude stehen hier in einer Lage, die für eine solche Architektur ungewöhnlich ist: auf unterschiedlichen Höhenstufen, dicht am Fels und unmittelbar beim Wasserfall. Gerade diese Verbindung von monumentaler Bebauung und schwierigem Gelände erzeugt das unverwechselbare Stadtbild Bad Gasteins.

Auch das monumentale Grand Hotel de l’Europe gehört zu dieser baulichen Geschichte Bad Gasteins. Ältere Bauwerke wie die Nikolauskirche zeigen zugleich, dass die Geschichte des Ortes nicht erst mit den großen Kurhotels beginnt.

Das charakteristische Bild Bad Gasteins entsteht deshalb aus dem Zusammenspiel mehrerer Ebenen: dem natürlichen Gefälle, dem Wasserlauf, den historischen Kurgebäuden und der Bebauung an den Berghängen. Genau darin unterscheidet sich der Ort deutlich vom dörflicher geprägten Dorfgastein und vom breiteren, stärker in der Talsohle liegenden Bad Hofgastein.


Stubnerkogel und Graukogel zeigen zwei völlig verschiedene Seiten der Berge über Bad Gastein

Über Bad Gastein liegen mit Stubnerkogel und Graukogel zwei bekannte Berggebiete in unmittelbarer Nähe. Auf einer Karte können sie zunächst wie zwei ähnliche Ausflugsziele wirken. Vor Ort stehen sie jedoch für unterschiedliche Formen, Hochgebirge zu erleben.

Der Stubnerkogel ist stark auf Aussicht ausgerichtet. Bergbahn, Hängebrücke, Felsenweg und mehrere Plattformen ermöglichen einen vergleichsweise unmittelbaren Zugang zum Panorama. Der Berg macht Höhenlage und Fernsicht erlebbar, ohne dass dafür zwingend eine lange Gipfeltour notwendig ist.

Am Graukogel verschiebt sich der Schwerpunkt. Dort prägen alte Zirbenbestände und ein stärker wanderorientierter Bergraum das Bild. Weiterführende Wege führen in Richtung Hüttenkogel, Palfnersee und zu anspruchsvolleren Übergängen. Wer beide Berge ausschließlich als „Seilbahnberge bei Bad Gastein“ betrachtet, übersieht daher den entscheidenden Unterschied: Auf dem Stubnerkogel stehen gebaute Blickpunkte im Vordergrund, am Graukogel stärker Wald- und Berglandschaft.

Stubnerkogel – Hängebrücke, Glocknerblick und Blick über die Talachse

Die bekannteste Konstruktion auf dem Stubnerkogel ist die 140 Meter lange Hängebrücke. Sie spannt sich in großer Höhe zwischen zwei Punkten nahe der Bergstation und vermittelt die exponierte Lage des Gipfelbereichs unmittelbar. Für die Überquerung ist Schwindelfreiheit hilfreich; die grundsätzliche Erreichbarkeit des Berges ist davon jedoch unabhängig.

Der Stubnerkogel besitzt weit mehr als diese Brücke. Mehrere Aussichtspunkte richten den Blick gezielt in unterschiedliche Richtungen. Dazu gehören Glocknerblick und Talblick sowie der Felsenweg. Insgesamt gibt es vier ausgewiesene Aussichtsplattformen beziehungsweise Aussichtspunkte im Gipfelbereich.

Am Glocknerblick richtet sich die Sicht bei klaren Bedingungen bis zum Großglockner. Der höchste Berg Österreichs liegt allerdings nicht im Gasteinertal. Er erscheint von hier als markantes Fernziel im Panorama. Der Talblick wiederum hilft, die lang gestreckte Struktur Gasteins aus der Höhe zu erfassen.

Gerade dadurch wird der Stubnerkogel zu mehr als einem Fotostopp an der Hängebrücke. Die verschiedenen Blickrichtungen machen sichtbar, wie eng das besiedelte Tal zwischen den umliegenden Gebirgszügen liegt und wie schnell sich die Landschaft nach Süden zum Hochgebirge verändert.

Graukogel – Zirbenwald statt Aussichtsbauwerke

Am Graukogel steht ein anderes Landschaftselement im Mittelpunkt: der alte Zirbenbestand. Einzelne Bäume werden auf ein Alter von etwa 250 bis 300 Jahren geschätzt. Der Zirbenweg führt durch diesen hoch gelegenen Wald und macht die robuste Baumart, die mit den Bedingungen an der Waldgrenze zurechtkommt, zum prägenden Motiv des Berges.

Weiter oberhalb wird das Gelände deutlich alpiner. Der Hüttenkogel gehört zu den naheliegenden Gipfelzielen, während der Palfnersee bereits tiefer in den hochalpinen Landschaftsraum führt. Übergänge in Richtung Palfnerscharte und Reedsee sind keine beiläufige Verlängerung eines Spaziergangs, sondern anspruchsvolle Bergtouren.

Damit unterscheidet sich der Graukogel klar vom Stubnerkogel. Während dort Brücke, Felsenweg und Plattformen die Fernsicht inszenieren, entsteht der Charakter des Graukogels stärker aus Zirbenwald, natürlichen Geländeformen und den Übergängen zu höher gelegenen Bergseen und Scharten.


Hinter Böckstein verändert sich Gastein grundlegend: Sportgastein und das Nassfeld öffnen das Hochgebirge

Südlich von Bad Gastein liegt Böckstein. Hinter dem Ort verändert sich das Tal erneut deutlich. Die dichter besiedelten Bereiche bleiben zurück, die Berghänge rücken näher zusammen und der Weg führt in Richtung Sportgastein und Nassfeld.

Der Weg nach Sportgastein gehört bereits zum Landschaftserlebnis. Hinter Böckstein scheint sich das Tal zunächst immer stärker zwischen den Bergen zusammenzuziehen. Umso überraschender ist der Moment, in dem sich voraus plötzlich ein wesentlich größerer Landschaftsraum öffnet: das Nassfeld. Dieser Wechsel von engem Zugang zu weiter Hochfläche prägt den ersten Eindruck von Sportgastein stärker als ein einzelner Aussichtspunkt.

Das Nassfeld muss auch nicht ausschließlich Ausgangspunkt für anspruchsvolle Gipfeltouren sein. Der Naturschauweg Nassfeld erschließt auf niedrigerem Niveau typische Formen des Hochtals und führt an Feuchtflächen und anderen Landschaftselementen vorbei, die von der glazialen Vergangenheit und den heutigen ökologischen Bedingungen erzählen.

Bockhartseen – Bergseen und Bergbauspuren oberhalb von Sportgastein

Oberhalb des Nassfelds liegen die Bockhartseen. Der Untere Bockhartsee befindet sich auf 1.872 Metern, der Obere Bockhartsee ungefähr 200 Höhenmeter höher. Beide liegen in einer deutlich alpinen Umgebung, unterscheiden sich aber stärker voneinander, als die gemeinsame Bezeichnung zunächst vermuten lässt.

Der Untere Bockhartsee wird heute als Speichersee genutzt. Damit ist er kein unveränderter Natursee, obwohl seine Lage zwischen den Bergen einen anderen Eindruck vermitteln kann. Der Obere Bockhartsee liegt höher in einem Bergkessel und ist stärker in die natürliche Hochgebirgslandschaft eingebettet.

Rund um die Seen begegnet zugleich ein Thema, das im Gasteinertal immer wieder auftaucht: der historische Gold- und Silberbergbau. Spuren früherer bergbaulicher Nutzung finden sich im Bockhartgebiet bis in große Höhen. Die Seenlandschaft steht daher exemplarisch dafür, wie sich vermeintlich reine Hochgebirgsnatur und historische Nutzung überlagern.

Auch innerhalb der Gasteiner Gewässer gibt es klare Unterschiede. Der Spiegelsee am Fulseck ist ein angelegter Speichersee in einem per Bergbahn erschlossenen Bereich. Der Untere Bockhartsee besitzt eine heutige Speichernutzung, liegt jedoch bereits in einem deutlich alpiner geprägten Wanderraum. Der Obere Bockhartsee liegt höher und abgeschiedener. Der Reedsee wiederum gehört zu einem anderen Seitental und verlangt einen wesentlich aufwendigeren Zugang.


Kötschachtal und Anlauftal: zwei Nationalparktäler, die trotz ihrer Nähe völlig anders aussehen

Südlich und östlich von Bad Gastein führen mehrere Täler in den Nationalpark Hohe Tauern. Auf Übersichtskarten erscheinen Kötschachtal und Anlauftal zunächst wie benachbarte Varianten derselben alpinen Landschaft. Ihre Formen unterscheiden sich jedoch deutlich.

Im Kötschachtal entsteht trotz der hohen Berge erstaunlich viel räumliche Weite. Der Talboden zieht sich zwischen steil ansteigenden Flanken weit nach hinten, bis die Bergwelt rund um die Prossau den Blick immer stärker begrenzt. Diese charakteristische Form ist kein Zufall: Das Kötschachtal wurde während der Eiszeiten wesentlich von Gletschern geprägt und zeigt heute deutlich die Gestalt eines Trogtals. Bach, Wald und steile Bergflanken bestimmen das Bild.

Im Anlauftal lässt sich besonders gut erkennen, dass die Berge südlich von Gastein früher nicht nur Grenze, sondern auch Verbindung waren. Wege führten von hier über Korntauern und Mallnitzer Tauern über den Alpenhauptkamm nach Kärnten. Die engere Landschaft des Tales verstärkt heute den Eindruck eines Durchgangsraums, der sich Schritt für Schritt in Richtung Hochgebirge zieht.

Wer beide Täler besucht, erlebt deshalb keine Wiederholung derselben Hochgebirgslandschaft. Im Kötschachtal steht die großzügige Talform im Vordergrund; im Anlauftal rücken Enge, Wegeführung und die historischen Übergänge über den Alpenhauptkamm stärker ins Bewusstsein. Gerade der direkte Vergleich macht sichtbar, wie unterschiedlich die Seitentäler Gasteins sein können.

Reedsee – ikonischer Bergsee, aber kein beiläufiges Ausflugsziel

Der Reedsee wirkt anders als viele Seen, die offen oberhalb der Waldgrenze liegen. Sein Ufer befindet sich noch mitten in einem hoch gelegenen Waldraum, während dahinter bereits deutlich höhere Berge aufragen. Dadurch treffen am See zwei Landschaftsstufen unmittelbar aufeinander: bewaldetes Gebirge und die schroffere Hochgebirgswelt darüber.

Die Abgeschiedenheit ist allerdings kein rein optischer Eindruck. Vom Tal aus ist der Reedsee ein anspruchsvolles Wanderziel. Wer den Reedsee vom Tal aus erreichen möchte, sollte ihn als vollwertiges Bergwanderziel einplanen.

In der weiteren hochalpinen Umgebung liegen unter anderem Palfnersee und Windschursee. Übergänge zwischen diesen Seen führen durch anspruchsvolles Berggelände. Sie gehören daher nicht in dieselbe Kategorie wie der per Bergbahn vergleichsweise einfach erreichbare Spiegelsee am Fulseck.

Gerade beim Reedsee sollte das bekannte Fotomotiv nicht darüber hinwegtäuschen, wie der Ort erreicht wird. Wer am Ufer steht, hat bereits einen wesentlichen Teil des Erlebnisses hinter sich: den Weg hinauf in diesen abgeschiedenen Bergraum.


Die entscheidende Auswahlfrage: Ortsbild, Bergbahn-Panorama oder echte Bergwanderung?

Die Highlights des Gasteinertals lassen sich kaum sinnvoll danach sortieren, welches Ziel vermeintlich „am schönsten“ ist. Viel hilfreicher ist der tatsächliche Zugang. Zwischen einem Wasserfall mitten im Ort und einem Bergsee, der erst nach vielen Höhenmetern erreicht wird, liegen völlig unterschiedliche Reiseerlebnisse.

Direkt im Tal oder eng mit den Orten verbunden sind der Bad Gasteiner Wasserfall und das historische Umfeld des Straubingerplatzes. Auch Klammstein lässt sich als markanter nördlicher Taleingang erleben, ohne zunächst weit ins Hochgebirge aufsteigen zu müssen.

Bergpanorama mit Bergbahnzugang bieten vor allem Stubnerkogel, Schlossalm und Fulseck. Je nach saisonalem Betrieb gehört auch der Graukogel in diesen Bereich, wobei dessen Charakter stärker von Zirbenwald und anschließenden Wanderwegen geprägt wird. Am Stubnerkogel stehen Hängebrücke und Aussichtsplattformen im Vordergrund, am Fulseck der Blick über Dorfgastein und der Bereich rund um den Spiegelsee.

Mehr Wandercharakter besitzen die Gadaunerer Schlucht am Gasteiner Höhenweg und die Bockhartseen oberhalb von Sportgastein. Beide sind klar definierte Landschaftsziele, verlangen aber bereits mehr Bewegung als ein Aussichtspunkt nahe einer Bergstation.

Deutlich anspruchsvoller werden Ziele wie Reedsee und Gamskarkogel sowie weiterführende Routen im Graukogel- und Nationalparkgebiet. Hier gehören Höhenmeter, längere Gehzeiten und alpine Bedingungen zum Erlebnis und sollten bei der Auswahl genauso berücksichtigt werden wie das Ziel selbst.

Und schließlich gibt es Landschaftsräume, die sich gar nicht auf einen einzigen Aussichtspunkt reduzieren lassen. Nassfeld und Sportgastein, Kötschachtal und Anlauftal gehören in diese Kategorie. Ihr Reiz entsteht aus Talform, Bergkulisse, Wasserläufen, Vegetation und der Weite beziehungsweise Enge des jeweiligen Raums.

Damit beantwortet sich die Auswahlfrage weniger über eine Rangliste als über den gewünschten Charakter: historisches Ortsbild, unmittelbar erschlossenes Höhenpanorama, längere Bergwanderung oder ein ganzer Hochgebirgsraum.


Was bei Gasteins Highlights leicht falsch eingeordnet wird

Einige der bekanntesten Begriffe und Fotomotive des Gasteinertals führen ohne geografischen Zusammenhang schnell zu falschen Vorstellungen.

  • Das Gasteinertal liegt nicht vollständig im Nationalpark Hohe Tauern. Vor allem die südlichen Hochgebirgstäler reichen in dessen Schutzgebietslandschaft hinein. Dorfgastein, Bad Hofgastein und große Teile des besiedelten Tales dürfen deshalb nicht pauschal als Nationalparkgebiet bezeichnet werden.
  • Der Großglockner liegt nicht im Gasteinertal. Vom Glocknerblick am Stubnerkogel ist Österreichs höchster Berg bei klarer Sicht als Fernziel zu erkennen.
  • Sportgastein und Nassfeld bezeichnen eng miteinander verbundene, aber nicht völlig identische Räume. Sportgastein ist vor allem die touristische Bezeichnung für den erschlossenen Hochlagenbereich; Nassfeld bezeichnet den geografischen Hochtalraum.
  • Der Spiegelsee am Fulseck ist kein natürlicher Hochgebirgssee. Es handelt sich um einen Speichersee. Auch der Untere Bockhartsee wird heute als Speichersee genutzt, obwohl er bereits in deutlich alpinerer Umgebung liegt.
  • Der Reedsee ist kein Ziel für einen kurzen Spaziergang. Das bekannte Bergseemotiv liegt oberhalb des Kötschachtals und ist vom Tal aus mit einer anspruchsvollen Bergwanderung verbunden.
  • Der Gasteiner Heilstollen ist keine natürliche Schauhöhle. Er entstand durch bergbauliche Arbeiten und wird heute therapeutisch genutzt. Die natürliche Höhle des Tales ist die Entrische Kirche bei Klammstein.
  • Die Gasteiner Perchten sind kein UNESCO-Welterbe. Der Perchtenlauf ist im österreichischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen.
  • Das Nassfeld ist keine menschenleere Urlandschaft. Die Natur des Nationalparks trifft hier auf Almwirtschaft, historische Wege und Spuren des Bergbaus. Gerade diese Überlagerung gehört zum Charakter des Hochtals.

Diese Unterschiede machen deutlich, weshalb Gasteins Highlights am besten im Zusammenhang verstanden werden. Zwischen Klammstein und dem Nassfeld liegen keine austauschbaren Ausflugsziele, sondern ein Tal mit deutlich wechselnden Landschaftsräumen, historischen Nutzungen und sehr unterschiedlichen Wegen, sie zu erleben.

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